31.08.2010

Minimalistischer Wohnstil

Auf den minimalistischen Wohnstil trifft ein Sprichwort zu wie dafür geschrieben: Weniger ist mehr.

Hier ist Wohnen eher definiert durch das Weglassen von Möbeln und Accessoires, und das Schaffen von leerem Raum, der einige wenige, ausgewählte Möbelstücke dann vollstens zur Geltung bringt. Leicht bekommt man beim minimalistischen Wohnstil den Eindruck, die Raumausstattung würde einfacher von der Hand gehen, wenn weniger Gegenstände zu komponieren sind. Genau das Gegenteil ist der Fall. Einzelne Objekte so zu kombinieren, dass sie einander, aber ebenso den leeren Raum zwischen sich betonen; und eine Atmosphäre zu schaffen, die zeitlos, puristisch und klar ist, bedarf viel Übung und einen sehr ausgeprägten Sinn für Gleichgewicht und Harmonie.

Genau deshalb ist das minimalistische Wohnen aber auch eine wunderbare Herausforderung. Es verlangt eine Auseinandersetzung mit selten gewordenen Werten: Stille, Kontemplation, Reduzierung, Konzentration auf das Wesentliche. Die Raumausstattung eines minimalistischen Wohnraums ist deshalb immer auch eine Entdeckung der eigenen Wohnbedürfnisse.

Wer sich darauf einlassen möchte, sollte immer mit einem ganz leeren Raum beginnen, und sich bei jedem Stück, das entweder schon vorhanden ist oder neu angeschafft werden soll, fragen: Brauche ich das wirklich? Oder ist mir nicht der Raum, den es einnimmt, viel wertvoller? Pragmatisch gesprochen sollte darauf geachtet werden, dass Möbel mit viel Stauraum vorhanden sind, denn vor allem kleinere Gegenstände und generell Unordnung vertragen sich nicht mit dem Minimalismus. Genauso wenig übrigens Schnörkel, Ornamente und andere ausufernde Verzierungen. Vorzuziehen sind Möbel mit glatten Flächen und eindeutigen, geometrisch angelegten Formen. Auch Muster auf Tapeten und Teppichen sind mit Vorsicht zu genießen – große Farbflächen und fließende Unistoffe setzen Akzente, ohne Unruhe zu bringen.

Dekorative Gegenstände und Bilder sind sehr bewusst und sparsam zu setzen. Das Ziel ist nicht Kargheit und klösterliche Bescheidenheit – insofern sind ausgewählte Kunstgegenstände durchaus erwünscht. Sie sollten allerdings genug Raum zum Atmen haben und als eigenständige Einrichtungselemente wahrgenommen werden.

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